Ein vom Zentralen Gericht für Strafuntersuchungen (TCIC) in Auftrag gegebenes Sachverständigengutachten stellt fest, dass sich die NRP Mondego in einem „allgemeinisierten Zustand struktureller und funktionaler Degradation mit direkter Auswirkung auf die Sicherheit“ befand. Die heute von Correio da Manhã berichteten Ergebnisse stehen im Widerspruch zu früheren Aussagen von Admiral Gouveia e Melo über den Zustand des Schiffs. In dem Bericht werden Mängel am Backbordmotor, am elektrischen Stromversorgungssystem und am Feuerlöschsystem aufgeführt. Außerdem heißt es, das Schiff habe nur über ein funktionierendes Navigationsradar verfügt und in mehreren Bereichen Schäden am Rumpf gezeigt. Der Fall begann 2023, als Militärangehörige sich aus Sicherheitsgründen weigerten, an Bord der NRP Mondego zu gehen. Diese Weigerung veranlasste die Marine, die damals unter dem Kommando von Admiral Gouveia e Melo stand, eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft zu erstatten; die Seeleute wurden später disziplinarisch belangt und wegen Ungehorsams und Auflehnung beschuldigt. Die Zeitung erinnerte außerdem an Äußerungen von Gouveia e Melo bei einem Besuch auf Madeira, als er sagte: „Die Marine schickt keine Schiffe zur See, wenn wir der Auffassung sind, dass diese Schiffe irgendein Risiko für ihre Besatzungen darstellen.“
