Die Hotelgewerkschaft Madeiras hat die Arbeitsmarktreformen der PSD scharf kritisiert und erklärt, sie könnten unbezahlte Arbeit Tür und Tor öffnen, Schutzrechte schwächen und Kündigungsregeln verändern. Adolfo Freitas, Gewerkschaftskoordinator, bezeichnete den Vorschlag als den größten sozialen Rückschritt in der Arbeitsgesetzgebung seit dem 25. April 1974. Er argumentierte, dass das geplante „Stundenbank“-System die Beschäftigten zu zusätzlichen unbezahlten Arbeitszeiten zwingen würde, was die Gewerkschaft strikt ablehnt. Freitas warnte zudem, dass Änderungen an Tarifverträgen hart erkämpfte Rechte gefährden würden, die durch jahrelangen organisierten Kampf entstanden sind. Bei Kündigungen, so sagte er, könnten die Reformen Arbeitgebern freie Hand lassen, zu entscheiden, ob ein entlassener Beschäftigter wieder eingestellt oder lediglich entschädigt wird – was ernsthafte Bedenken hinsichtlich Fairness und Rechtssicherheit aufwerfe. Die Gewerkschaft fügte hinzu, dass einige der Vorschläge möglicherweise mit Artikel 53 der portugiesischen Verfassung kollidieren, der den Schutz des Arbeitsplatzes garantiert und ungerechtfertigte Entlassungen einschränkt. Parallel zu ihrer Kritik erklärte die Gewerkschaft, dass im vergangenen Jahr 40 Beschäftigte unbefristete Verträge erhalten hätten, meldete jedoch weiterhin Probleme mit illegalen Verträgen und Verstößen gegen das Arbeitsrecht.